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1 Woche bis Babel

1 Woche bis Babel

Nun ist es genau noch eine Woche hin, bis die 3. Babelsprechkonferenz in Salzburg stattfindet. 24 LyrikerInnen plus Veranstalter verbringen die Tage vom 08.12 – 11.12. tagsüber mit der Diskussion über zeitgenössische Lyrik und deren Positionen, abends bis spät in die Nacht werden diese Live öffentlich von den AutorInnen vorgetragen, gezeigt, performt und gesungen. Die Abendveranstaltungen sind öffentlich und leistbar. Ich werde in meiner ersten durchgehenden Soundperformance mit Fische 80 und terrassenkind am Samstag, 10.12. um 22:30 Uhr tief in den Kaninchenbau einladen. Wer sich traut: Lyrik passiert. Be there.

www.lyrikfueralle.at

Mit Daniela Chana, Sirka Elspaß, Moritz Gause (Anton Utjatin), Raphaela Grolimund, Pablo Haller, Ianina Ilitcheva (Annemarie Kuckuck), Jopa Jotakin, Judith Keller, Vesna Liponik,  Enis Maci, Tabea Xenia Magyar, Anna Ospelt (Anna Tlepso), Andreas Pargger, Frieda Paris (Friederike Schempp), Uroš Prah, Tobias Roth, Jan Skudlarek, Lydia Steinbacher, Sophie Steinbeck, Irina Tsilyk, Christian Vedani, Matthias Vieider und dem Hasen.

kuratiert von Simone Lappert, Max Czollek & Robert Prosser
organisiert von Josef Kirchner & Marko Dinić

perlen des broterwerbs #2

workingrabbit
chef: ihre präsentation: ne reife leistung, das haben sie gut verkauft.
ich: ich hab doch nur erzählt was ich ihnen auch immer erzähle
chef: aber die habens gekauft
lostpoems#1:  auf dem bahnsteig trägt der wind bart

lostpoems#1: auf dem bahnsteig trägt der wind bart

Es gibt Texte, die man nirgendwo veröffentlichen wird, die aber auch zu schade sind, einfach in der Versenkung zu verschwinden. Wie mit diesem hier:

Es ist genau ein Jahr her, als ich auf der Rückfahrt von München nach Österreich irgendwo in der Pampa hängenblieb und dort gezwungen war, 2,5 Stunden zu warten. Dankenswerterweise befand ich mich gleichzeitig in Korrespondenz mit Daniel, die ging ungefähr so:

N: Mir ist LAAAAANGWEILIG!

D: Dann schreib ein Gedicht!

N: Pffff, schreib Du doch eins.

So kam dann eins zum andern und wir schrieben eins zusammen, zeilenweise.

Wenn ihr Lust habt, ratet, wer welche Zeilen geschrieben hat. Als Gewinn gibt es eine Handvoll Nichts.

Das ging so:

(Unredigiertes Freestyle Gedicht von Daniel Bayerstorfer und Niklas L. Niskate)

auf dem bahnsteig trägt der wind bart

chaos ist eine vorgetäuschte prämisse, die vorgibt, geordnet werden zu müssen

fische wissen bekanntlich nicht, was wasser, porträtierte nicht, was farbe ist

es fehlt ihnen an google. weil sie nicht wissen und nicht gewusst werden können, gibt es sie nicht

es legen sich die buchstaben schlafen in der suchleiste: sie wollen nicht mehr suchen, das haben sie schon zu lange getan

übereinander her, in dämmerzuständen lässt sichs einfallen

gehen sie in den regen, halten sie die hand in die tropfen und den mindestabstand zu den wolken ein

bitten sie den wind, ihnen ein ticket auszustellen, wenn es ihnen leichter fällt

machen sie’s wie hohe bäume: lassen sie sich blitzen

oder sehen sie auf stromleitungen sitzend dabei zu, wie es andere tun. gönnen sie sich was. gehen sie ins innennet

und sollten die anweisungen dort auf chinesisch sein und sie können sie nicht lesen, dann führen sie sie an die nase und riechen dran

kein grund zur sorge. stimulieren sie physisch die hirnregionen durch einfuhr von fremdkörpern. alles wird gut, versprochen

werden sie zum flüchtling ihres gehirns und wo sie auch hinkommen, beantragen sie asyl

bauen sie nur zäune, über die sie nicht singen können

bewerben sie sich bei der ausschreibung zur wm 2026 und erreichen sie, dass ihr schlafzimmer austragungsort wird.

bis dahin üben sie sich in geduld und im wechsel der kanäle.

rasieren Sie regelmäßig (d.h. alle drei tage mindestens) die zimmerdecken und wände

sollten ihre wände bart tragen, trimmen Sie sie auf stufe 4

 

tranchiermesser live am Rockfestival

Soundpoesie in Aktion. Fische 80/80 und ich performen „tranchiermesser“ am Rock im Dorf Festival 2016. Wie ein Hase mit Melone aussieht und ein Fisch in Klang schwimmt, könnt ihr euch hier anschauen! Danke an alle, die zum Clip beigetragen haben. <3

festivalitäten am 15.07.2016

festivalitäten am 15.07.2016

Der Hase übernimmt den Literaturbeitrag beim Rockfestival in Schlierbach, Oberösterreich.  Set. Ein Mix aus Lesung, Performance, Hörspiel & Soundpoetry erwartet euch am Freitag, den 15.07.2016 um 21:00 Uhr. Special Guests: Fische 80/80, fux & has und terrassenkind. Come over!

eins vor dem anderen, lyrik aus dem hasenloch @ http://www.rockimdorf.at/

Brustbund

Brustbund

Brustbund

reibung. wichtige details entfallen
spannt. spannt spannte ebenen alternativer
realität ein vorkonsensueller zustand ist
möglich ist ist war was war war ist möglich ist

zum beispiel stehen. stehen standen wir nachts zeitgleich auf
gingen. gingen gehen in der absicht vors haus
den könig unschädlich zu machen zu sagen heinrich der wagen ist nicht
wirklich immer noch nichts zu meinen in ketten geschlagenen gliedern

oder waren. waren sind wir zeitgleich harte warme stücke früher adoleszenz
sitzt. sitzt saßt doch im brunnen und klopf. klopf klopfte ich von unten
auf beiden seiten wir. waren warten abraten und nichts sagen
schlagen. schlagen schlugen uns fast mit der faust in die eigene brust
atmeten atmen. streiften von innen entmessene landschaften heinrich
der wagen war wahr ists nicht

(aus: Niklas L. Niskate, Entwicklung der Knoten, #5 Brustbund, veröffentlicht in: Der Greif 8, S.92, 2015)

fang

 

Fang

 

der schritt aus der welt ist der schritt in die welt hinein

so weit haben wir uns gesprochen

stimmen. verteilen geister verbreiten sich leise

 

zerstreuung. bringt achtung zurück zu

konstanten in nebenwesentlichkeiten

 

ja tropfen. ist ein perpetuum mobile

vom fall zum gang zum fang

ja brise. ja schafott

 

ja gravitation ist. bis hier saugt der boden sagend

klagt druck von zurücken entstehst du jetzt

als zeiteinheit ein verlässlicher

einziger partner

 

lider verschließen flüstern

einem gelockerten lächeln zuspüren

situationsbezogenes strecken externe

innerlichkeiten weit weit in der in die schwebe

 

(aus: Niklas L. Niskate, Entwicklung der Knoten, #7 Fang, veröffentlicht in: Der Greif 8, S.65, 2015)

auf slip legen

auf slip legen tag3

auf slip legen

dass wir annehmen könnten der konjunktiv breite sich aus
sog. verbesserte varianten im einverständnisbereich knoten
lösen ein zeitalter ab (knoten) ein zeitalter auf ein (knoten) zeitalter aus

dass wir an digitalen nippeln hingen bis auf den letzten so dann
ergäbe sich leere entfernte kalk auf unseren

dass wir entwürfe verfolgten. den wind das akkustische bemalen der szenerie
das flirren in denkpausen. wie drohnen über drohungen behoben

(…)

malen sehen. mal aufbrechen. brich heute noch auf
zu einhundertjährigem schlaf in philotheken
observationsgeräte schlagen schleifen zum abschied rote alarme in wolken
formen ein farbenblindes achselzucken dass wir uns darauf einigen
bitte

(Auszug aus: Niklas L. Niskate, Entwicklung der Knoten, 1. auf slip legen)

 

dass wir annehmen könnten der konjunktiv breite sich aus

Jetzt also los. Fühlt sich an wie etwas, das man sich erst überziehen, es in eine Weile hineintragen muss, um herauszufinden wie es sich anfühlt. Well, worum es geht, also Poesien, also Skizzen, Sounds, Grafiken, Kunst und Geschwätz, Lockerungsübungen, Spielereien, Wirrsinn, Wahnsinn und Regelkonformes, Regelenthobenes und ums Regeln Besorgte, so zu sprechen. Und um Hasen; wichtig. Und Glühwürmchen, ja.